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Essentialistische Märchenstunde

14 Jun

Eine Kritik der antiaufklärerischen Thesen Thomas Mauls

So wie Ikarus, sich selbst überschätzend, zu nah an die Sonne flog und abstürzte, versucht Thomas Maul sich mit seiner „Dialektik der Aufklärung im Islam“ zu intellektuellen Höhen zu erheben, die seine Fähigkeiten bei weitem übersteigen. Die Tragödie wiederholt sich jedoch nun als Farce – als auf den ersten Blick erheiternde, auf den zweiten aber Widerspruch erregende Hybris. Schon vor einem halben Jahr wurde mit Blick auf die seichten Ergüsse eines Autoren der halleschen post-antideutschen Loseblatt-Sammlung bonjour tristesse bemerkt, die Freunde der unendlich verkürzten, nur vorgeblichen Islamkritik „sollten nun so konsequent sein, und sich durch die Einladung des Komikers Thomas Maul endgültig lächerlich machen, der für seine Analyse von arabo-islamischen Gesellschaften und islamischer Ideengeschichte ausgerechnet Ghazalis asketische Lebensanleitung für den Mystiker heranzieht. Das ist ebenso absurd und schwachsinnig, wie das Unterfangen, die europäische Neuzeit und Moderne anhand Thomas von Kempens De imitatione Christi zu analysieren. Und kann noch viel besser kritisiert werden, als das halbgebildete und ressentimentgeladene Geseier in der bonjour tristesse.“

Mit Thomas Maul wird mancherorts ein Vertreter der Bahamas‘schen Linie eingeladen, die besser als Mischung von Halbwissen und Ressentiment beschrieben ist. Diese post-antideutsche Strömung betreibt nicht, wie sie selbst vorgibt, Gesellschafts- oder Ideologiekritik im Sinne des Individuums und seiner Freiheit, im Sinne der Aufklärung. Sie ist mittlerweile vielmehr bei einer reduktionistischen und essentialistischen Dichotomisierung aller Verhältnisse angekommen, und zieht aus einer komplexitätsreduzierten und undifferenzierten Geschichtsvorstellung Argumente für ihre Kollektivierungspolitik – ohne Erbarmen, aber auch ohne Methode, Empirie oder Theorie ordnen sie den Einzelnen dem Kollektiv unter, um ihn dann als dessen Vertreter zu kritisieren.

Aus ursprünglich anspruchsvoller antideutscher Kritik ist mittlerweile ein identitätshuberndes Geschwurbel geworden, das Identitäten nicht analysiert und kritisiert, sondern reproduziert. Menschen, deren Existenz aufgrund bestimmter gesellschaftlicher Umstände von bestimmten ethnischen, religiösen oder anderen „Grenzlinien“ durchzogen wird, mit den unterschiedlichsten Konsequenzen für ihre Selbstverortung und ihr Weltbild, ihre Ideologie, werden schlicht einer Identität zugeordnet, für sie wird entschieden, was sie ausmacht. Dabei verfahren die selbsternannten Hüter der Aufklärung absurderweise ganz im Sinne jener „tief in uns verankerten Sprach- und Denkgewohnheiten, jener engstirnigen, Ausschließlichkeit beanspruchenden bigotten und reduktionistischen Vorstellung, wonach die gesamte Identität auf einer einzigen, ingrimmig proklamierten Zugehörigkeit beruht“, die Amin Maalouf kritisiert (Maalouf 2000, 9).

Hauptthema der Post-Antideutschen ist seit dem Elften September „der Islam“. Der eben beschriebene Zugang, der nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ nur Muslime oder Nicht-Muslime kennt, wird antiaufklärerisch und totalitär aber erst in seinem überhistorischen und -gesellschaftlichen Essentialismus. Der Islam wird zu einer mächtigen, von sich aus wirkenden und die Subjekte (als Muslime) determinierenden Kraft. Die grundlegende materialistische Erkenntnis, wonach im verkehrten Weltbewusstsein die Widersprüche einer verkehrten Welt sich ausdrücken, wonach “Moral, Religion, Metaphysik und sonstige Ideologie und die ihnen entsprechenden Bewußtseinsformen” nicht selbstständig sind und wirken, ist über Bord geworfen. Doch bereits in der “Deutschen Ideologie” formulierte Marx: “Sie haben keine Geschichte, sie haben keine Entwicklung, sondern die ihre materielle Produktion und ihren materiellen Verkehr entwickelnden Menschen ändern mit dieser ihrer Wirklichkeit auch ihr Denken und die Produkte ihres Denkens.” (MEW III, 26f.)  Es ist unmöglich, die Menschen im Nahen Osten als Muslime zu kollektivieren und die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern als islamische über einen Kamm zu scheren. Wer geschichts- und theorievergessen heutige Zustände erklären und kritisieren will, indem er aus dem Koran oder mittelalterlichen theologischen Traktaten zitiert, ist bestenfalls ein “idealistischer deutscher Philosoph”, der vom Himmel auf die Erde steigt, obwohl es eben nach Marx gilt, von der Erde zum Himmel zu steigen, steht heute eher dem Poststrukturalismus nahe, als materialistischer Kritik.

Maul vermengt unterschiedliche Untersuchungsebenen, etwa Theorie und Praxis oder Mittelalter, Neuzeit und Moderne. Seine Kurzschlüsse übertreffen dabei um Längen jene seines Intimfeindes Georg Klauda, der seit Jahren die sinnvolle Analyse und Kritik der Auswirkungen kapitalistischer Vergesellschaftung und kolonialer Einflüsse auf Geschlechterbilder und Geschlechternormen (1)  in den Dienst der Apologie aktueller Unmenschlichkeit zu stellen versucht. Doch muss Georg Klaudas Versuch, die richtige Erkenntnis der Modernität  der identitätsbestimmenden Kategorisierung “homosexuell” in irgendeiner Weise  für seine zynische Rechtfertigung heutiger Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen dienstbar zu machen, scheitern – ebenso wie der bewusst ahistorische und (mit den Worten von Bernard Lewis) unredliche Versuch Mauls, unter Verweis auf heutige Diskriminierungen und Verfolgungen von Nichtmuslimen im Nahen Osten eine  konstante religiöse Tradition der Verfolgung über 1400 Jahre hinweg zu konstruieren.  Zudem ist es auch keine ideengeschichtliche oder ideologiekritische Arbeit im Sinne wirklicher Religionskritik, die Thomas Maul vorgelegt hat. Denn mit dem durchaus vernünftigen Anspruch, die Inhalte „islamischer Ideologie“ erst einmal rekonstruieren und kritisieren zu wollen, müsste man anerkennen, dass die Ideologie der orthodoxen Elite der Rechtsgelehrten, die historischem Wandel unterliegt, grundlegend anders strukturiert ist,  als etwa die proto-bürgerlicher urbaner Mittelschichten in der frühkapitalistischen Neuzeit, wie sie etwa die Historikerin Nelly Hanna (2003) überzeugend rekonstruiert.  Wer dann eindeutig moderne Ideologieformen wie den islamistischen Djihadismus historisch rückprojiziert, aus völlig ungeeigneten Quellen herbeikonstruieren will, und gleichzeitig den patriarchalen Gehalt ohne Rückbindung an dessen spätantike Genese und seine anschließende Rezeption und Reproduktion in patriarchal strukturierten Gesellschaften behandelt, macht sich einfach lächerlich. Genau so verfährt aber Thomas Maul, dessen Thesen zuletzt in der linken Postille Phase 2 in bemerkenswerter Widersprüchlichkeit als „ambitioniertester [!] Versuch linker Islamkritik“ bezeichnet wurden – vom gleichen Autor, der Maul gleichzeitig Methodenlosigkeit und Essentialismus vorwirft und erklärt, dass die Phänomene, die Maul zu erklären trachtet, „auf nichts als Hörensagen, Spekulation oder Projektion“ beruhen. So weit so gut, doch offensichtlich scheint diese Feststellung nicht zu den gewöhnlichen Konsequenzen – Kritisieren, Ignorieren, Vergessen – zu führen. Vielmehr brüsten sich alle möglichen Halbwissenden mit seinem Unfug, er wird gar von sich lächerlicherweise emanzipatorisch und ideologiekritisch nennenden Gruppen aufs Podium gehievt. Daher scheinen dann doch auch ein paar Hinweise zu seinen „Erkenntnissen“ angebracht zu sein.

So wirr wie sein erklärter Anspruch, die „Symbiose aus Patriarchat, Eschatologie, Ritual, Djihad und Despotie […] auf den kritischen Begriff“ (Maul 2010a, 11) bringen zu wollen, ist sein ganzes Werk. Schon hier müsste der Leser aufmerken – versucht Maul hier doch lediglich Kompetenz und Fachwissen zu suggerieren, durch die Nennung von ein paar gut klingenden Fremdwörtern, die vollkommen unterschiedliche Ebenen (politische und Geschlechterordnung, Praxen, religiöse Konzepte) beschreiben. Unverständig und unverständlich ist denn auch seine Rede von der „kritische[n] Analyse des klassisch-schariatischen Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden Sexualpolitik im Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und Gesellschaft (Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin)“, letztere dem Feld ‘Gesellschaft’ (!) zugeordnet, die ihn schlussfolgern lässt, die „gegenwärtige barbarische Gewalt des Kollektivs“ sei „damit nichts anderes denn eine anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen Tradition“ (Ankündigungstext).

Den Islam, den er samt seiner Millionen Gläubigen in hunderten Ländern mit einem „weltweit agierenden Suizid- und Tugendterror“ (Maul 2010b, 25) in Eins setzt, analysiert er in seinem Märchenbuch „Sex, Djihad und Despotie“ (Maul 2010a) in Kapiteln wie „Paradies als Pornotopia“, „Mösenmythologie“, „Ziegenficker des Propheten“ oder „Kopftuchgeilheit“. Was anmutet, wie eine Ansammlung von Wortschöpfungen eines pubertären und verklemmten Gymnasiasten, dessen streng protestantischer Vater verhindert hat, dass er eine natürliche Beziehung zu Sexualität entwickelt, will eine haarscharfe Analyse des „islamischen Phallozentrismus“ sein. Wozu das Ganze? Nicht weniger als Individuum, Aufklärung und Freie Welt stünden auf dem Spiel, bedroht von „dem globalen Djihad der Muslime“ und „dem islamischen Krieg gegen das selbstbestimmte Individuum“ (Maul 2010a, 7).

Selbst dem dümmsten Trottel müsste zwar aufgefallen sein, dass viele derjenigen Demonstranten, die in arabischen Ländern oder im Iran auf die Straße gehen, um Rechte des Individuums oder eine Trennung von Religion und Staat durchzusetzen (und viele der Demonstranten haben diese Ziele), sich selbst als mehr oder weniger gläubige Muslime sehen.  Ideologie und Organisationen des Djihadismus sind seit Jahren im Niedergang begriffen, und die mit Abstand meisten Opfer des djihadistischen Terrors sind muslimischen Glaubens, ob zuvor im takfir zu Ungläubigen erklärt oder nicht. Zudem müssten Rolle und historische Entwicklung der Region als Peripherie im kapitalistischen Weltsystem, Kolonialismus und (National-)Staatsbildungsprozesse fokussiert werden, wenn die modernen, im Nahen Osten wirkmächtigen Ideologien Nationalismus, Fundamentalismus und Islamismus und der mit diesen verknüpfte moderne Antisemitismus analysiert und kritisiert werden sollen. Und auch die patriarchalen und misogynen Zustände sind nicht mit dem Verweis auf jahrhundertealte Texte und religiöse Normen erklärt.

Man könnte den ganzen Unsinn einfach ignorieren, da es offensichtlich unmöglich ist, Millionen Menschen einfach unter dem Label „Islam“ zu kollektivieren und einem „globalen Djihad“ zuzuordnen – ein zynischer Schlag ins Gesicht auch all derjenigen muslimischen Individuen, die durchaus religiös sind, und doch für Säkularismus, Bürger- oder Frauenrechte auf die Straße gingen und gehen. Wobei Maul ja Unterschiede durchaus anerkennt – diese seien aber in von ihm so genannten „islamischen Ländern“ oder „Islamischen Gesellschaften“ nichts anderes als – man höre und staune – „unterschiedliche Niveaus auf ein und derselben [sic] apokalyptischen Krisenlösungsspirale“ (Maul 2010a, 170). Um solchen nicht nur sprachlich höchst zweifelhaften Unsinn herbeizukonstruieren, muss seine Untersuchung auf Quellen aufbauen, die zur Analyse und Kritik der „islamischen Gesellschaften“ überhaupt nicht und der islamistischen Ideologie nur bedingt geeignet sind. In einem Eklektizismus, der aufgrund seiner Theorie- und Methodenlosigkeit nur konsequent ist, zitiert er munter aus Koran und Prophetensprüchen, und zieht schließlich neben Aussagen Ruhollah Khomeinis († 1989) vor allem ein Werk von Abu Hamid Muhammad Al-Ghazali († 1111) heran, um seine „Phallozentrismus“-Analyse zu unterfüttern. Was er aber als Standard und für die Mehrheit der Gläubigen verbindliche orthodoxe Lehre ausgibt, war tatsächlich ein Werk für den sufischen Mystiker – eine Apologie des mystischen Bruders und gleichzeitig eine Anweisung für diesen, als Teil einer verständigen „Elite“, wie Ghazali selbst in seiner Einleitung schreibt. Auch die Einebnung des zweifachen Unterschiedes zwischen klassischer sunnitischer und moderner schiitischer Theologie ist zudem nicht ohne weiteres möglich.

Aus denjenigen Versen und Zeilen in Koran und Sunna (Prophetentradition), die zu seinen Ansichten passen und die er daher ohne jede exegetische Methode zusammengeklaubt hat, und zwei Texten, die er unsauber der Texttradition muslimischer fiqh-Orthodoxie zuordnet, will Maul zudem nicht etwa, was ja dem Ansatz nach gerechtfertigt wäre, den orthodoxen Elitendiskurs (ja, Diskurs) geistesgeschichtlich rekonstruieren, eine Ideengeschichte und Kritik einer spezifischen Tradition schreiben. In schlechtestem, positivistischem Essentialismus glaubt Maul vielmehr, das Wesen „des Islam“ und „der“ Muslime herausgearbeitet zu haben. Das sei auch genau so richtig und möglich, meint Maul, und belegt sein wirres Konzept nicht nur mit den „Analysen“ von zwei Einzelzeugnissen eines theologischen Elitendiskurses, der mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit und religiösen Praxis von mehr oder weniger gläubigen Muslimen nichts zu tun hat (– so spiegeln bspw. Khomeinis irre Texte nicht die Vorstellungen „der“ iranischen Muslime wider). Er unterfüttert das Ganze zusätzlich mit seinen subjektiven Wahrnehmungen von „muslimischen Hauptschülern“ in Berlin, ein paar subjektiv ausgewählten Bestsellern (ex-)muslimischer Publizistinnen und ein paar passenden Meinungsumfragen – mit so stichhaltigen Erhebungsräumen wie „der Orient“ und „der Westen“ oder gar Deutschland. So kommen schließlich seine irren Aussagen zustande, die der post-antideutschen Sekte zur Legitimierung ihres anti-arabischen und anti-muslimischen (nicht anti-islamischen) Ressentiments dienen.

Eine kleine Schar selbsternannter Aufklärungsverteidiger lügt sich selbst beharrlich in die Tasche, und es ist nicht auszuschließen, dass völlig unbedarfte Zeitgenossen Mauls mit schönen Fremdwörtern und Halbfakten überfrachtetem (und darin eigentlich recht postmodernem) Geschwurbel auf den Leim gehen. Als Antifaschisten, Wertkritiker, Materialisten o.ä. sollten sie sich allerdings nicht länger bezeichnen. Nur Wahn kann sie nämlich die unglaubliche Vorstellung gut heißen lassen, die Muslime seien die neuen Nationalsozialisten, da sich „das Hauptquartier der barbarischen Erweckungsbewegung, als deren Prototyp [!] der Nationalsozialismus fungierte, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Richtung Osten verschoben“ habe (Maul 2010b, 25). Alle Erkenntnis zur Spezifik des Nationalsozialismus, des Vernichtungsantisemitismus, der nach Auschwitz führte, wird so über Bord geworfen, garniert mit wohl doch unverstandenen Adorno- und Horkheimer-Zitaten und dem vermessenen und lächerlichen Anspruch, deren „Dialektik der Aufklärung“ neu schreiben zu wollen. Missachtet  werden die von Postone schon 1979 thematisierten „Aspekte des modernen Antisemitismus, die als unabdingbarer Bestandteil des deutschen Nationalsozialismus verstanden werden müssen und dazu beitragen, die Vernichtung des europäischen Judentums zu erklären“ (Vgl. Postone 2005). Relativiert wird in Konsequenz deutsche Ideologie und Geschichte – ausgerechnet das Steckenpferd der Antideutschen. Mit dem Umweg über das anti-arabische und anti-muslimische (nicht anti-islamische) Ressentiment versöhnen Maul und seine Freunde sich so mit Deutschland(2) und der Geschichte der Täterschaft seiner Volksgemeinschaft.  Was kann man zu dem ganzen Aufklärungsverrat noch sagen? Eigentlich gar nichts. Höchstens, dass Kritische Theorie etwas mit Selbstkritik zu tun hat, die ihnen vor Jahren abhanden gekommen ist. Oder, dass sie Marx, Adorno und Postone lesen sollten – aber das haben sie ja angeblich schon getan, auch wenn man das nicht glauben mag. Vielleicht auch mal was anderes? Wallerstein, dann Maalouf und Abdelwahhab Meddeb? Vielleicht sollte man Maul und Konsorten samt ihrer Jünger aber auch einfach abschreiben. Mit postmodernen Kulturrelativisten oder sozialdarwinistischen Ressentimentreitern wie Sarrazin, von denen sie sich nur vorgeblich unterscheiden, diskutiert man schließlich auch nicht.

Freundeskreis „25. Januar“

(1) Klaudas Arbeit zieht die wirrsten Schlüsse aus einem unreflektierten Positiv-Orientalismus und der richtigen Erkenntnis des modernen Umschlags der Homosexualität “von der Handlungs- zur Seinskategorie” in der Neuzeit, die Tjark Kunstreich schon vor mehr als zehn Jahren thematisierte: “Sodomie war von einer Sünde zu einer sündigen Eigenschaft geworden; nicht der Mensch wurde für eine schwere Verfehlung gestraft, sondern der Homosexuelle verfolgt.”

(2) Es ist schockierend, dass nicht nur Maul, sondern auch der renommierte ça-ira-Verlag einen Gastbeitrag des extrem rassistischen Webportals PI-News als “Rezension” des Buches verlinken.

Hanna, Nelly: In Praise of Books, a Cultural History of Cairo’s Middle Class 16-18th centuries. Syracuse 2003.

Kunstreich, Tjark: Identitätsfalle. Wie die männliche Homosexualität zu ihrem Körper kam. In: Gigi 4/1999.

Maalouf, Amin: Mörderische Identitäten. Frankfurt/Main 2000.

Maul, Thomas: Sex, Djihad und Despotie. Zur Kritik des Phallozentrismus. Freiburg 2010(a).

Ders.: Der gefesselte Odysseus. Über das Verhältnis von Trieb und Terror im Islam. In: Bahamas 60/2010(b).

Postone, Moishe: Antisemitismus und Nationalsozialismus. In ders.: Deutschland, die Linke und der Holocaust. Politische Interventionen. Freiburg 2005, 165 – 194